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Stichwort "Biobanken"

Mit Biobanken sind Einrichtungen zur Speicherung von Materialien gemeint, die dem menschlichen Körper entnommen wurden. In Biobanken, die auch als Biotheken bezeichnet werden, können sowohl Körpersubstanzen wie Blut und Sperma als auch Gewebeteile (beispielsweise fetales Gewebe und aus Nabelschnurblut gewonnene Stammzellen) und genetische Daten gespeichert sein.

 

 

Forschung und Pharma-Industrie haben großen Interesse an der Einrichtung solcher Biobanken, weil mit ihrer Hilfe neue diagnostische und therapeutische Methoden entwickelt werden können. Insbesondere die Gewinnung genetischer Daten von Individuen oder ganzer Bevölkerungsgruppen sowie die Erforschung der Zusammenhänge zwischen genetischer Disposition, Lebensweise und Krankheitsanfälligkeit werden angestrebt.

Allerdings gibt es aus Sicht der Patienten erhebliche ethische und datenschutzrechtliche Fragen. Konflikte entstehen vor allem durch die unterschiedlichen Interessen von Patienten, Forschern und der Pharmaindustrie sowie durch die nicht geklärte Frage, als

wessen Eigentum diese Materialien und Daten betrachtet werden. Problematisch sind beispielsweise die Zustimmung bei der möglichen Weiterverwendung von gesammelten Körpermaterialien zu weiter gehenden Forschungszwecken, der Schutz von Angehörigen, das Recht auf Nichtwissen und eine mögliche finanzielle Beteiligung von Spendern an medizinischen Entwicklungen.

In Island existiert bereits eine zentrale Biobank, Estland und Großbritannien bereiten die Einrichtung vor. Bei dem Genomprojekt in Estland werden Genproben von einer Million Freiwilligen der 1,4 Millionen Einwohner des Landes untersucht.

 

© 2003 KNA (9.9.2003)
 
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